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Startart Drohne: Erprobung auf der Wasserkuppe und Zulassungsverfahren gestartet
Papillon Paragliding

Papillon Extra-Fliegermail
1.4.2026


"Startart Drohne" auf der Wasserkuppe in Erprobung, Zulassungsverfahren läuft, Präsentation und Testflüge zum Wasserkuppe Frühlings-Testival 2026 geplant

AirLift Dynamics machts möglich: Drohnenschlepp über der Wasserkuppe

Liebe Pilotinnen und Piloten,

die Welt des Gleitschirmfliegens steht vor einem technischen Paradigmenwechsel – und Papillon Paragliding ist mittendrin.


Schon seit Februar erproben wir auf der Wasserkuppe in enger Zusammenarbeit mit dem Hersteller AirLift Dynamics GmbH (Kassel) eine neuartige Startmethode: den Autonomen Drohnen-Schlepp für Gleitschirme (ADS-PG).


Das Verfahren – international unter dem Begriff Drone Tow Launch bekannt – ermöglicht es, einen Piloten mit aufgezogenem Schirm innerhalb von 60 bis 90 Sekunden auf Schleppanflughöhe zu bringen, ohne Seilwinde, ohne Motorflugzeug, ohne Hangwind als Voraussetzung.


Wie funktioniert das technisch?


Die eingesetzte Drohne, eine Oktorotor-Plattform mit einer Nutzlastkapazität von 180 kg, erzeugt über acht gegenläufig rotierende Rotoren eine konstante Vertikalschubkomponente von ca. 2,2 kN. Der Pilot ist über ein 40 m langes, vollzertifiziertes Schleppseil (Bruchlast 15 kN, mit integriertem Sollbruchelement bei 4,5 kN) mit dem Drohnen-Tragehaken verbunden.


Ein KI-gestütztes Flugsteuerungssystem gleicht kontinuierlich Windgradienten, Schirmbelastung und Steigrate ab und passt Schub sowie Kurskorrektur in Echtzeit an. Die maximale Schleppgeschwindigkeit beträgt 28 km/h – aerodynamisch ideal für die Startphase gängiger EN-A- und EN-B-Schirme.

AirLift Dynamics Logo

Warum Wasserkuppe?


Der "Berg der Flieger" ist seit Beginn der Fliegerei vor über 100 Jahren wegen der überragend guten Flugbedingungen für die Entwicklung der Fliegerei von internationaler Bedeutung.


Bereits im Sommer des Jahres 1928 wagte Flugpionier Fritz Stamer die ersten Raketenflüge auf der Wasserkuppe – mit dem Segelflugzeug "Ente." Stamers Bericht über die waghalsigen Jungfernflüge kannst du hier nachlesen, für einen umfassenden Einblick empfehlen wir einen Besuch im benachbarten Deutschen Segelflugmuseum.


Auch für die heutige zivile Luftfahrt bietet die Wasserkuppe ideale Erprobungsbedingungen: Ein überschaubarer Luftraum, gute meteorologische Dokumentation und die unmittelbare Nähe zur Fliegerschule Wasserkuppe, mit der wir im Bereich "Sicherheitsprotokoll und Flugbetriebsordnung" kooperieren.


Der Probebetrieb erfolgt im Rahmen einer temporären Allgemeinverfügung des Regierungspräsidiums Kassel sowie einer Einzelgenehmigung nach § 21h LuftVO für Drohnenbetrieb außerhalb der Kategorie "Open" im kontrollierten Versuchsrahmen.


Genehmigungsweg und Zulassungsziel


Das mittelfristige Ziel ist eine Musterzulassung des Gesamtsystems durch die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) sowie die Anerkennung als lizenzpflichtiges Startverfahren durch den Deutschen Hängegleiterverband (DHV).


Parallel laufen Gespräche mit dem Luftfahrt-Bundesamt (LBA) zur Einordnung der Drohne als Schleppluftfahrzeug im Sinne der Verordnung (EU) 2019/947. Wir streben eine Betriebszulassung für den kommerziellen Schulungsbetrieb zum Q4 2025 an.


Ausbildungskonzept


Für Piloten bedeutet die neue Startmethode kein vollständiges Umdenken, aber eine gezielte Erweiterung der fliegerischen Möglichkeiten. Wir entwickeln derzeit in Abstimmung mit dem DHV ein Zusatzmodul "Drohnen-Schlepp", das folgende Inhalte umfassen soll:

  • Kommandoübergabe und Kommunikationsprotokoll mit dem Drohnenoperator

  • Verhalten bei Schleppabbruch und Notauslösung (manuell & automatisch)

  • Startfenster-Beurteilung unter reduzierten Windanforderungen

  • Theoretische Grundlagen der Drohnenphysik und Schleppdynamik

  • Flugschulinterne Prüfung, analog zur Windenschleppstartberechtigung

Das Modul ist als Zwei-Tages-Kurs mit Theorie- und praktischen Übungseinheiten konzipiert und soll Piloten ab A-Lizenz offenstehen.


Erste Vorstellung beim Wasserkuppe Frühlings-Testival 2026


Im Rahmen des Wasserkuppe Frühlings-Testivals 2026 am Wochenende 2.-3. Mai wird der Drohnen-Schlepp erstmals öffentlich vorgestellt. Geplant sind Live-Demonstrationsflüge sowie eine offene Q&A-Session mit dem Entwicklungsteam von AirLift Dynamics.


Eine begrenzte Anzahl erfahrener Piloten hat die Möglichkeit, das System im Rahmen betreuter Schnupperstarts selbst zu erleben.


Interesse an einem Testflug oder an Kursterminen? Dann melde dich direkt bei uns, damit wir dir einen der wenigen Plätze reservieren und deine temporäre Sondergenehmigung für den Autonomen Drohnenschlepp-Start noch rechtzeitig beantragen können.


See you UP in the sky!


Dein Papillon-Team

Andreas Schubert kommentiert:


„Der Autonome Drohnen-Schlepp ist kein Ersatz für den klassischen Hangstart – aber er öffnet uns Möglichkeiten, die wir vor fünf Jahren noch nicht für realistisch gehalten hätten. Wenn wir das sicher und zuverlässig hinbekommen, verändert das die Zugänglichkeit unseres Sports grundlegend. Auch das Tandemfliegen sollte durch die ‚Startart Drohne‘ einen enormen Auftrieb erhalten – im wahrsten Sinn des Wortes."


SEE YOU UP IN THE SKY!

RDGW GmbH
Wasserkuppe 46
36129 Gersfeld

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