Interessanterweise ist die Prognose die Wetterabläufe für die kommenden drei Tagen ziemlich gleich:
Der Freitag beginnt sonnig, trocken und bereits sehr warm. Schnell steigen die Tageshöchsttemperaturen überall auf über 30°. Selbst auf der Wasserkuppe kommt es zu dem außergewöhnlich seltenen Fall, dass die Temperaturen in 950 m auf über 30° steigen.
Während diese Temperatur bis vor kurzem noch der höchste jemals auf dem Berg gemessene Wert war, klettert das Thermometer jetzt bereits des Öfteren über diese Schwelle. Gepaart mit leichtem Wind ist es dennoch einer der kühlsten und angenehmsten Orte weit und breit.
Info: Bis 2019 war die höchste jemals gemessene Temperatur auf der Wasserkuppe 30,5 Grad, dann gab es einen Tag mit 32° und später einen mit 33° C – der aktuelle Temperaturrekord. In den letzten Jahren hatte es schon mehrere Tage mit über 30 Grad gegeben. In den Niederungen werden am Wochenende bis zu 39 Grad gemessen. Es ist sogar nicht ausgeschlossen, dass hier und dort 40 Grad erreicht werden.
Und der Tag geht auch gut zu fliegen. Der Wind weht schwach bis mäßig aus südlichen und südwestlichen Richtungen. Er frischt im Tagesverlauf thermisch auf und dreht auch für einige Stunden auf West. Am späten Nachmittag kann es vereinzelte thermische Überentwicklungen geben, die dazu führen, dass der Wind in Böen in der Nähe von Graupelschauern zunimmt.
Wege des subtropischen Temperaturniveaus sind auch Gewitter möglich. Einzelne Gewitter, insbesondere in der Mitte und im Norden Deutschlands, können sogar unwetterartig ausfallen. Die Wahrscheinlichkeit für Regen und Gewitter am Freitagnachmittag ist allerdings mit etwa 20% nicht so hoch.
Auch der Samstag beginnt sonnig trocken und sehr warm. Der Wind weht schwach um Süd und frischt im Tagesverlauf thermisch auf. Gerade an der Wasserkuppe und in der Rhön kommen die typischen lokalen Windsysteme zur Ausprägung. Am Nachmittag weht der Wind aus Westen. Über den Mittelgebirgen können dann vereinzelt Wärmegewitter entstehen.
Erst gibt es kräftige Thermiken. Die Quellwolken werden vertikal immer mächtiger, breiten sich horizontal immer weiter aus und können hier und dort richtig hoch werden. Dann muss mit unwetterartigen Gewittern angerechnet werden.
Die Wettermodelle sehen für Samstag die Entwicklung einer organisierten Gewitterlinie voraus, die von West nach Ost zieht und auch recht schnell unterwegs sein wird. Im Einflussbereich dieser Gewitterfront knallt es natürlich. Wind, starke Böen, Graupel, Hagel und Blitz und Donner können für etwa eine Stunde Wetter bestimmend werden.
Abhängig von der Struktur dieser subtropischen Gewitterlinie, die sich im Tagesverlauf erst entwickelt und dann eigendynamisch nach Osten wandert, gibt es auf jeden Fall die Empfehlung, die Wetterbeobachtung im Blick zu behalten. Wir rechnen damit, dass diese Gewitterlinie die Wasserkuppe zwischen 16 und 18 Uhr passiert. Genauer wissen wir das erst morgen Nachmittag, weshalb wir für die Piloten, die sich zu den Abflügen angemeldet haben, ein neues Update morgen um 16 Uhr herausgeben.
Streckenflieger müssen auf jeden Fall vor den nachmittäglichen Gewittern gewarnt sein. Überraschungen wird es auch auch auf der einen oder anderen Grill- oder Fussballparty am Samstagabend geben.
Der Sonntag beginnt wieder weitestgehend windstill, sonnig, trocken und sehr warm. Der Wind hat in der Nacht auf Sonntag sehr wahrscheinlich gedreht und kommt schwach aus nördlichen Richtungen. In der Rhön wird wird am Pferdskopf und an der Abtsrodaer Kuppe geflogen.
Da die Tagestemperaturen auf den Gipfeln der Mittelgebirge auch am Sonntag wieder über 30 Grad erreichen sollen, werden wieder einzelne Wärmegewitter insbesondere über den Hochlagen von Rhön, Thüringer Wald, Harz oder auch vom Sauerland erwartet.
Der Einfluss dieser hochreichenden Quellwolken ist nur selten länger als eine Stunde. Das ist auch der Grund, weshalb es am Wochenende trotz der unwetterartigen Gewitterrisiken sehr gut zum Fliegen gehen wird. Entscheidend ist, dass man nicht genau oder in der Nähe der Gewitter fliegt.
Davor und danach sind jedoch gute Bedingungen zu erwarten.
Besonders Pilotinnen und Piloten, die mit dem Lesen von Quellwolken und den damit zusammenhängenden Wetterverläufen nicht ausreichend erfahren und vertraut sind, empfehlen wir, nicht ohne fachkundige Begleitung zu fliegen und im Zweifelsfall das Wettergeschehen an den Nachmittagen besser vom Boden aus zu beobachten.