| | Fliegerisch ist das ein Wochenende zum sehr konservativen Entscheiden. Freitag gibt es weder in Südtirol noch im Stubai ein verlässlich breites Zeitfenster: Die Luftmasse ist feucht-labil, Gewitter können schon am Vormittag auftreten und werden spätestens ab Mittag verbreitet.
Samstag liegt Südtirol zeitweise auf der etwas begünstigten Alpenseite, gleichzeitig greifen Nordwestströmung und Nordföhn durch; damit bleibt selbst ein sonniger Vormittag windkritisch. Im Stubai setzt sich windiges Frontwetter fest. Sonntag folgt eine weitere Kaltfront.
Ab Montag öffnet sich die Schere zwischen Nord- und Südseite: Südtirol wird häufiger sonnig und trockener, bleibt aber nordwind- und föhngeprägt. Im Stubai ziehen bis zur Wochenmitte weitere Schauerstaffeln durch, die Temperaturen gehen deutlich zurück und der Nordwestwind bleibt präsent. Eine stabilere Phase ist frühestens in der zweiten Wochenhälfte zu erwarten.
Freitag, 17.07.2026: Gewittertag mit hohem Unwetterpotenzial
Südtirol Vormittag: Zunächst gibt es vielerorts sonnige Abschnitte. Die Nacht kann aber bereits Gewitter bringen, und einzelne neue Zellen sind schon am Vormittag möglich. Wer einen reinen Abgleiter erwägt, braucht einen vollständig sauberen Radar- und Stationscheck. Das Zeitfenster ist nicht überall gleich und kann lokal sehr früh enden. Mittag: Die Quellungen wachsen rasch und die Gewitterneigung nimmt deutlich zu. Ein Thermikflug nicht sinnvoll planbar. Bereits entfernte Zellen können Böen, Winddrehungen und großräumiges Sinken auslösen. Nachmittag/Abend: Verbreitet Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Auch am Abend bleibt die Lage wegen Restzellen unübersichtlich. Wind: 1000 m morgens variabel bis W/SW 5–15 km/h, später Talwind 10–20 km/h; bei Gewittern abrupt deutlich stärker. 2000 m W/SW 10–20 km/h, tendenziell zunehmend. 3000 m W 10–20 km/h, am Hauptkamm und im Umfeld von Zellen 20–30 km/h oder mehr.
Stubai Vormittag: Nach nächtlichen Gewittern sind zwar Auflockerungen möglich, erste Schauer oder Gewitter können aber bereits früh wieder entstehen. Der Höhenwind ist deutlich stärker als auf der Südseite und kann schon in der ersten Tageshälfte die Thermik durchmischen. Mittag: Die Gewittertätigkeit nimmt rasch zu. Aus Westen und Südwesten können Schauerlinien ins Tal ziehen. Spätestens dann ist mit Böen, Abschattungen und raschen Windwechseln zu rechnen. Nachmittag/Abend: Stark gewittrig mit heftigem Böenpotenzial. Wind: 1000 m zunächst schwach bis mäßig, später W/SW 10–20 km/h plus Gewitterböen. 2000 m W 15–25 km/h. 3000 m W bis WNW 20–30 km/h, an freien Kämmen und vor Fronten deutlich darüber.
Allgäu Vormittag: Nach einer bereits gewittrigen Nacht bleiben viele Restwolken und einzelne Schauer möglich. Kurze sonnige Abschnitte können zwar Thermik anstoßen, sind aber nicht brauchbar. Neue Gewitter sind schon vor Mittag möglich; ein Abgleiter kommt höchstens bei vollständig sauberem Radar-, Blitz- und Stationsbild infrage. Mittag: Die Luftmasse bleibt sehr feucht und labil. Quellungen wachsen rasch, Schauer und Gewitter können sich direkt über den Bergen oder aus Westen annähern. Die Mischung aus Höhenwind, Abschattung und möglichen Böenfronten macht ein planbares Thermikfenster sehr unwahrscheinlich. Nachmittag/Abend: Verbreitet kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und schweren Sturm-, lokal auch Orkanböen möglich. Auch nach einem Gewitter bleiben Winddrehungen und weitere Zellen gefährlich. Wind: 1000 m morgens variabel bis W/SW 5–15 km/h, später 10–20 km/h und im Umfeld von Gewittern abrupt deutlich stärker. 2000 m W 20–30 km/h. 3000 m W 25–35 km/h, an freien Kämmen und bei Zellen Böen um 40 km/h oder mehr.
Samstag, 18.07.2026: Kaltfront, Nordwestwind und auf der Südseite Nordföhn
Südtirol Vormittag: Südlich des Hauptkamms sind längere sonnige Abschnitte möglich. Das ist optisch der freundlichste Teil des Tages, fliegerisch aber nicht automatisch der beste: Mit der Nordwestströmung kann der Wind am Hauptkamm und in den Nordtälern früh durchgreifen. Vor allem im Wipptal, Eisacktal, Pustertal und an nordexponierten Übergängen auf Föhnanzeichen achten. Mittag: Thermik setzt lokal ein, bleibt aber winddurchsetzt. Gleichzeitig bilden sich wieder Schauer und Gewitter, im Süden und Osten eher später als im Westen. Nachmittag/Abend: Zunehmend selektiv durch Gewitter, Schauer und kräftige Böen. Ein mögliches Flugfenster liegt klar am Vormittag und endet, sobald der Nordwind in den Stationen anzieht oder sich Quellungen rasch aufbauen. Wind: 1000 m in den nördlichen Tälern N 10–25 km/h mit Föhnböen, sonst variabel bis talwindgeprägt 5–15 km/h. 2000 m NW 10–20 km/h. 3000 m W/NW 15–25 km/h, exponiert am Hauptkamm 25–35 km/h.
Stubai Vormittag: Die Front liegt näher. Dichte Wolken, Schauer und zeitweise Regen können bereits früh auftreten. Kurze sonnige Lücken sind möglich, aber nicht wirklich planbar. Mittag: Der Nordwestwind nimmt zu und greift in freie Lagen sowie an den Startplätzen deutlich durch. Selbst trockene Phasen bleiben böig und turbulent. Nachmittag/Abend: Weitere Schauer, einzelne Gewitter und kräftiger Wind. Wind: 1000 m NW 10–20 km/h, böig. 2000 m NW 15–30 km/h. 3000 m NW 25–40 km/h, an freien Kämmen und in Schauerstaffeln darüber.
Allgäu Vormittag: Nach einer kurzen nächtlichen Beruhigung ziehen rasch wieder dichtere Wolken und Schauer in die Allgäuer Alpen. In Staulagen hängen die Gipfel häufig in Wolken oder Nebel. Einzelne trockene Lücken sind möglich, aber wegen des starken Westwindes nicht als sauberes Flugfenster zu bewerten. Mittag: Wiederholt Schauer, nur kurze sonnige Zwischenphasen und lokal ein Gewitter. Der kräftige Westwind mischt bis in Startplatzhöhe herunter. An freien Rücken, Übergängen und auf der Leeseite wird die Luft turbulent und unberechenbar. Nachmittag/Abend: Weiter wechselhaft mit Schauern und einzelnen Gewittern. Selbst wenn es zeitweise auflockert, bleiben Grundwind und Böigkeit deutlich über einem vernünftigen Bereich. Wind: 1000 m W bis NW 10–20 km/h, in Schauern und an Talöffnungen böig 25–35 km/h. 2000 m W 25–35 km/h. 3000 m W 30–45 km/h, exponiert Böen um 50 km/h.
Sonntag, 19.07.2026: Weitere Kaltfront – großräumig kein Flugtag
Südtirol Vormittag: Die lokale Südtirol-Prognose lässt häufige sonnige Phasen zu, während die großräumige Ostalpenprognose eine rasche Wetterverschlechterung mit Regen und Frontpassage erwartet. Diese deutliche Modell- und Textunsicherheit ist selbst ein No-Go-Signal für planbares Fliegen, hier herrscht noch Unsicherheit in den Prognosen. Mittag: Der Nordwind kann in den nördlichen Tälern föhnig werden. Gleichzeitig ziehen Schauer und Gewitter auf. Ein optisch heller Abschnitt kann deshalb durch Wind oder eine heranziehende Zelle sehr schnell unbrauchbar werden. Nachmittag/Abend: Gewittrige Regenschauer, punktuell Starkregen und starke Böen. Wind: 1000 m in den Nordtälern N 15–30 km/h, Föhnböen deutlich darüber; weiter südlich variabel bis W/NW 5–15 km/h, bei Schauern stark böig. 2000 m W/NW 15–25 km/h. 3000 m W/NW 20–35 km/h.
Stubai Vormittag: Schon früh wolkenreich und regnerisch. Die weitere Kaltfront bringt wiederholt Schauer, dazu kräftigen West- bis Nordwestwind. Mittag/Nachmittag: Unwirtliches, nasses und kühles Bergwetter. In Hochlagen sind Graupel oder Schnee möglich, die Schneefallgrenze sinkt Richtung 3000 m. Abend: Erst gegen Abend ist eine langsame Beruhigung möglich – für einen Flugtag wohl zu spät. Wind: 1000 m W/NW 10–25 km/h, in Schauern böig. 2000 m W/NW 20–30 km/h. 3000 m W 25–40 km/h, Böen 50–60 km/h möglich.
Allgäu Vormittag: Auf der Alpennordseite setzt sich die Wetterverschlechterung früh durch. Dichte Wolken, Regen und Schauer bestimmen das Bild; die Berge stecken häufig in Wolken. Ein brauchbares Frühfenster ist nicht verlässlich zu erwarten. Mittag: Mit der Kaltfront bleibt es nass, kühl und windig. Weitere Schauer ziehen aus West bis Nordwest herein. Die Schneefallgrenze sinkt in den Hochlagen gegen 3000 m, wodurch die Luftmasse zusätzlich herbstlich und turbulent wirkt. Nachmittag/Abend: Bis zum Abend anhaltend unwirtlich mit Regen- und Schauerstaffeln. Erst später ist von Westen eine langsame Beruhigung möglich, für den Flugbetrieb kommt sie wohl zu spät. Wind: 1000 m W/NW 10–25 km/h, in Schauern deutlich böiger. 2000 m W 20–30 km/h. 3000 m W 25–40 km/h, an freien Gipfeln und vor Schauern stärkere Böen.
| | Südtirol Montag: Häufig sonnig und deutlich trockener als am Wochenende. Mit der Nordwestströmung bleibt es aber in den nördlichen Tälern föhnig. Ein Flugtag ist nur dort denkbar, wo Windstationen und Talwindentwicklung klar unter den Grenzwerten bleiben. Dienstag: Weiter oft sonnig, zugleich anhaltender Nordwind. Thermik kann vorhanden sein, ist aber besonders an Kämmen und bei Querungen winddurchsetzt. Mittwoch: Weiterhin eher frisch. Die genaue Schauerneigung ist noch unsicher. Eine nachhaltige Stabilisierung wird eher für die zweite Wochenhälfte angedeutet. Wind: Trend: 1000 m häufig N 5–20 km/h, in Nordtälern föhnig stärker | 2000 m NW 10–20 km/h | 3000 m NW 15–25 km/h, langsam abnehmend.
Stubai Montag: Auflockerungen, aber noch einzelne Schauer und mäßiger Nordwestwind. Allenfalls kurze lokale Abgleitfenster. Dienstag: Der Nordwestwind lebt wieder auf. Trotz zeitweiser Sonne bleibt die Thermik deutlich winddurchsetzt und die Schauerneigung bestehen. Mittwoch: Weiter kühl und wechselhaft möglich. Erst danach steigen die Chancen auf eine ruhigere Hochdruckphase. Wind: Trend: 1000 m NW 5–20 km/h | 2000 m NW 10–25 km/h | 3000 m NW 20–30 km/h, zeitweise stärker.
Allgäu Montag: Frisches Nordwestwetter mit wechselnder Bewölkung und weiteren Regen- oder Graupelschauern. Dazwischen sind kurze Auflockerungen möglich, der Wind bleibt aber ein klarer limitierender Faktor. Allenfalls lokale, sehr kurze Abgleitfenster. Dienstag: Erneut mehrere Schauerstaffeln und häufig Wolken an den Bergen. Im Hochgebirge wird es ungewöhnlich kalt, die Schneefallgrenze kann Richtung 2500 m sinken. Mittwoch: Wahrscheinlich etwas mehr trockene und sonnige Abschnitte, die genaue Schauerneigung ist aber noch unsicher. Auch bei Auflockerungen bleibt die Luftmasse frisch und die Nordwestströmung zunächst spürbar. Eine echte Stabilisierung zeichnet sich eher erst danach ab. Wind: Trend: 1000 m meist W/NW 5–20 km/h, in Schauern und an Talöffnungen böiger | 2000 m NW 15–25 km/h | 3000 m NW 20–35 km/h, zur Wochenmitte möglicherweise langsam abnehmend.
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